Jens Spahn MdB
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Neuigkeiten
19.09.2016, 15:37 Uhr
„Hier ist zu sehen, wie Digitalisierung den Alltag verändert“
Jens Spahn besuchte jetzt die erste volldigitalisierte Kieferorthopädiepraxis in NRW. Schon als gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion beschäftigte sich Spahn intensiv mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Umso mehr freut es ihn, dass mit der Praxis Dr. Klar in Rheine die erste volldigitalisierte Kieferorthopädiepraxis NRWs quasi vor seiner Haustüre liegt. 
„Unsere Praxis ist nicht nur die erste in NRW, sondern sogar die zweitgrößte von nur fünf volldigitalisierten Praxen im gesamten Bundesgebiet“, stellte Inhaber Dr. Holger Klar fest. Er erklärte auch, was eine volldigitalisierte Praxis ausmacht: „Es beginnt beim Kontakt zum Patienten, Termine können z.B. online über unsere Homepage vereinbart werden. Auch der Anamnesebogen kann online ausgefüllt werden, wodurch die Arbeitsabläufe für uns und der Komfort für den Patienten verbessert werden.“ Auch erhalte der Patient die Möglichkeit, während der gesamten Behandlungsdauer seine Akte online einzusehen und so den Fortschritt seiner Behandlung etwa anhand von Bildern selbst zu verfolgen. Eine weitere Möglichkeit bietet das System, indem Eltern per E-Mail z.B. über mangelnde Mundhygiene ihres Sprosses benachrichtigt werden können. „Für verschiedenen Fälle können unterschiedliche Infokarten mit Animationen und individualisierten Anmerkungen versendet werden“, erläutert Dr. Klar und versichert, dass der Datenschutz dabei höchste Priorität genießt.
 
Der Hauptvorteil des digitalisierten Verfahrens liege aber sicherlich in der Behandlung, so der Kieferorthopäde. Die Behandlung könne deutlich präziser und schneller erfolgen, da die Drähte, anders als bei der herkömmlichen Behandlung, maßgeschneidert und an jeden Zahn individuell angepasst werden. So könne die reine Tragedauer einer Spange von 24 Monaten auf etwa 11 gesenkt werden. „Diese Methode wird sicherlich Zukunft werden, in den USA arbeiten so schon 500-600 Kieferorthopädiepraxen“, zeigt sich Dr. Klar voll überzeugt. Dem Patienten könne auch bereits vor der Behandlung mittels einer Animation das zu erwartende Behandlungsergebnis veranschaulicht werden.
 
Von Spahn auf mögliche Herausforderungen angesprochen, erläuterte Klar Probleme mit den Krankenkassen und der Berufskammer. So sei in der Abrechnung mit den Kassen eine Behandlungsdauer von etwa drei Jahren vorgesehen. „Die digitale Behandlung ist 20% günstiger und dauert nur elf Monate“, so Klar. Bisher seien die Kassen aber nur bereit, die Hälfte der Kosten einer regulären Therapie zu übernehmen. 
 
„Entscheidend sind aber die Gesamtkosten einer Therapie und nicht die vierteljährliche Abrechnung. Leider wird so eine insgesamt günstigere und für die Patienten bessere, weil kürzere Behandlung verhindert“, wundert sich Klar und zieht einen Vergleich zu den Anfängen des digitalen Röntgens: „Das brauchte damals auch seine Zeit, obwohl es die Behandlung enorm vereinfachte zum Wohle des Patienten. Die zahnbürokratischen Mühlen mahlen bei solchen Dingen langsam.“ Von der Zahnärztekammer bekomme Klar nur wenig Hilfe: „Von den 3000 deutschen Kieferorthopäden gibt es bis heute nur eine Handvoll Kieferorthopäden, die dieses Verfahren bereits verwenden.“ Seine Kollegen scheuten die bürokratischen Hindernisse noch zu sehr. Das erkläre seiner Meinung nach auch, weshalb das Thema von offiziellen Stellen wenig Beachtung finde.
 
Jens Spahn zeigte sich beeindruckt vom innovativen Verfahren und den positiven Folgen für die Patienten. „Die ganze Republik ist seit drei, vier Jahren auf Digitalisierung eingestellt, da sollte diese Innovationsfreude hier kein Kampf gegen Windmühlen sein dürfen“, sagte er seine Unterstützung bei einer weiteren Etablierung zu.