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21.09.2016, 14:49 Uhr
Neues Buch von Jens Spahn: App vom Arzt. Bessere Gesundheit durch digitale Medizin
Die Kernthese des Buches lautet: "Datenschutz ist was für Gesunde". Laut einer aktuellen Umfrage, die das Institut YouGov im Auftrag des FLYING HEALTH Incubators durchgeführt hat, würden fast zwei Drittel der Deutschen eine Lockerung des Datenschutzes für Gesundheitsdaten befürworten. 
65% der Deutschen würden sich für eine Lockerung des Datenschutzes für Gesundheitsdaten aussprechen, wenn dies die Krankenversorgung verbessern würde. Das geht aus einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage hervor, die das Institut YouGov im Auftrag des FLYING HEALTH Incubators vom 7. September bis 9.September 2016. durchgeführt hat. 
 
Für die Umfrage wurden 2105 Deutsche befragt, 39% davon waren laut eigenen Angaben schon einmal sehr schwer und langwierig beziehungsweise chronisch erkrankt oder sind es aktuell noch. Von den Befragten stimmten 72% der  Befragten der Aussage zu, dass chronisch Erkrankte besser medizinisch versorgt werden können, wenn ihre Gesundheitsdaten einfach für alle Ärzte zugänglich wären. Befragte, die bereits schon einmal sehr schwer und langwierig beziehungsweise chronisch erkrankt waren oder es aktuell sind, stimmten sogar zu 79% dieser Aussage zu.
 
Fast die Hälfte der Befragten sah im strengen Gesundheitsdatenschutz in Deutschland ein Hindernis für eine optimale medizinische Behandlung. Über 70% der Befragten würden es zudem in Kauf nehmen, wenn bei der Behandlung einer schweren Erkrankung der Schutz ihrer Gesundheitsdaten nicht beachtet wird, sofern sich dadurch die Heilungschancen verbessern.
 
79% der Befragten fänden es zudem gut, wenn ihre Ärzte Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten hätten, wenn dadurch die Behandlung besser wird und Mehrfachuntersuchungen vermieden werden könnten. Bei Befragten, die bereits schon einmal sehr schwer und langwierig beziehungsweise chronisch erkrankt waren oder es aktuell sind, lag die Zustimmung sogar bei 86%.
 
Und schließlich würden auch über zwei Drittel der Befragten ihre Gesundheitsdaten gerne anonymisiert zur Verfügung stellen, wenn dies der Heilung anderer Menschen hilft.
Die Gruppe der 55-jährigen und Älteren zeigte sich in der Umfrage generell eher bereit, einen weniger strikten Schutz bei Gesundheitsdaten zu akzeptieren, wenn sich dadurch die Qualität der Behandlung steigert. Am skeptischsten zeigte sich die Altersgruppe der 35 bis 44-jährigen.
 
„Das zeigt deutlich: Die Deutschen sind bereit, für eine bessere medizinische Versorgung ihr Verhältnis zum Datenschutz zu überdenken“, sagte Jens Spahn. Der langjährige gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen ist einer der Autoren des Buches „App vom Arzt. Bessere Gesundheit durch digitale Medizin“, das jetzt im Herder-Verlag erschienen ist. Gemeinsam mit dem Mediziner und Manager Prof. Dr. med. Jörg F. Debatin sowie dem Kinderarzt und Gründer des FLYING HEALTH Incubators Dr. Markus Müschenich beschreibt Spahn darin die ganz praktische Seite der medizinischen Revolution, deren Beginn wir gerade erleben. Die drei Autoren zeigen, wie der Arzt der Zukunft arbeitet, welche Rolle Datenschutz spielt und was diese Entwicklungen für Patienten bedeutet.
 
„Wir stehen am Anfang der vielleicht größten medizinischen Revolution“, betont Debatin angesichts der Umfrageergebnisse. Künftig werde nicht mehr nur ein Arzt für das Wohl eines Patienten zuständig sein, „sondern tausende Ärzte weltweit, deren Wissen über die Auswertung von Behandlungsdaten in die individuelle Therapieentscheidung einfließt.“ Viele Deutschen seien sich gar nicht bewusst, welche Möglichkeiten es schon heute gäbe, ist sich Müschenich sicher: „Schon heute sind Apps als Behandlungsmethode anerkannt, die Kosten werden von innovativen Krankenkassen bereits übernommen.“ Künftig werde die Behandlung per App noch wichtiger, da so gute Medizin jederzeit und überall – insbesondere in ländlichen Gebieten - verfügbar wird. 
 
„Deutschland sollte sich an die Spitze der Entwicklung stellen und die digitale Medizin nicht weiter als Feindbild betrachten. Die Umfrage zeigt deutlich, dass eine Lockerung des Datenschutzes akzeptiert wird, wenn klar ist, welchen Nutzen die Menschen dafür bekommen“, so Spahn. Im Gesundheitsbereich sei dies besonders deutlich, weil mit neuen digitalen Behandlungsmethoden mehr Menschen länger und besser leben können als bisher. „Aber auch in allen anderen Wirtschaftsbereichen müssen wir der Digitalisierung aufgeschlossener gegenüber treten, damit wir den Anschluss nicht verpassen“, so Spahn.

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